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Die Weinberge des Weinguts Charles Joguet haben einen weit zurückliegenden und seltsamen Ursprung. Wie dies für viele Güter der Fall ist, hat die Invasion der Reblaus und die Mechanisierung die Beaudoin-Joguet-Malécault zur Anwendung der Polykultur geführt.
Trotzdem geht der ausschließlich mit Cabernet Franc bepflanzte Teil ihres Besitzes von Sazilly ins Jahr 1830 und vielleicht sogar davor zurück.
Was den Clos de la Dioterie betrifft, so war dieser bereits ein bis zwei Jahrhunderte vor 1789 mit Rebstöcken bepflanzt.


Der Anfang

Fand 1957 mit der Gründung des Weinguts durch Charles Joguet statt: nach langen künstlerischen, 1949 in Paris begonnenen Studien (Malerei und Skulptur) übernimmt er beim Tod seines Vaters den Familienbesitz.
Mit seiner Mutter, der verwitweten Frau Joguet-Malécault - (die Anfangsbuchstaben ihres Namens schmücken unsere Zinnkapseln) - und unterstützt von einem kleinen Pferd, können sie die Weinstöcke korrekt pflegen und erzeugen einen guten Wein.
Die großen Qualitäten des heute für sein Terroir und das Alter seiner Weinstöcke (80 Jahre) bekannten Clos de la Dioterie, erwecken in ihnen jedoch den Wunsch, ihre Kenntnisse zu vertiefen.
Charles Joguet
Charles Joguet

Die entscheidenden Begegnungen

So treten drei Männer mit starken Persönlichkeiten in das Leben von Charles, deren Ratschläge ausschlaggebend sein werden.
Zuerst Marcel Angelliaume, Winzer in Cravant, der zu ihm beim Tod seines Vaters sagt: « Charles, fülle deinen Wein in Flaschen ab. Du wirst auf einige Schwierigkeiten, auf dies und jenes stoßen, aber wenn du nicht weiter weißt, dann komm zu mir. Überdies ist es für deine Mutter einfacher, in Flaschen abgefüllten Wein zu verkaufen ». Charles befolgt seinen Rat ebenso wie 1959 den von Jacques Puisais, heute Ehrenvorsitzender der internationalen Önologen und Gründer des Instituts für Geschmack und schließlich 1963 auch den von Vater Tafonneau, wahrscheinlich damals der beste Weinbereiter des ganzen Chinon-Gebietes.

Dank der Unterstützung, die ihm diese außergewöhnlichen Männer gewähren und bestimmten glücklichen Umständen, die sie vertrauensvoll zu nutzen wissen, kann Charles seine Projekte realisieren und baut zwischen 1962 und 1976 Les Varennes du Grand Clos, den Clos de la Cure und den Clos du Chêne Vert Vert an, wobei er stets technisch innoviert.
Clos du Chene vert
Chinon - Der Clos du Chêne Vert


Die Weinbereitung pro Weingut ist eine der ersten Innovationen

Charles Joguet ist eine wenig konformistische Persönlichkeit und seine Ideen haben zu zahlreichen technischen Innovationen geführt: So wurden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Jacques Puisais und dem Haus Guérin bereits 1975 auf dem Weingut die ersten rostfreien Stahltanks zum Einmaischen geschaffen. Ein anderes Beispiel ist die ab diesem Zeitpunkt in kleine, durchbrochene Behälter von 20 kg durchgeführte Weinlese – um die Trauben nicht zu zerdrücken – und bei Regenwetter ein Trocknen der Weinlese zu ermöglichen …

Vor allem war Charles Joguet schon am Ende der Jahre um 1950 davon überzeugt, dass der von verschiedenen Parzellen, unterschiedlichem Boden und Alter stammende Wein unbedingt getrennt geerntet, ausgebaut und vermarktet werden muss. Er inspiriert so Burgunder, die seit langem diese Kultur pro Weinsorte betreiben. Damals handelt es sich um eine im Loire-Tal bahnbrechende Idee, da hier die meisten Winzer eine mehr oder weniger ausgeklügelte Vermischung vornehmen, die die Eigenheiten jedes Terroirs, aber auch die Frische und Lebhaftigkeit der jungen Rebstöcke ebenso wie die stärkere Struktur der älteren Weinstöcke ausradiert.

In diesem Sinne bepflanzt Charles Joguet 1982 einen Hektar in Varennes du Grand Clos en cabernet Franc de Pied – das heißt ohne Rebunterlage – um zu versuchen, die Eigenheiten der Weine vor der Reblaus wiederzufinden.
Coteau de Monplaisir
Chinon - Der Coteau de Monplaisir


Die treuen Mitarbeiter

Bereits im Jahr 1980 arbeitet Charles Joguet daran, für den Fortbestand seines bedeutenden Werks zu sorgen und ein ihm entsprechendes Weingut zu schaffen. Um dies zu erreichen beschließt er, sich mit Menschen zu umgeben, die seine Kompetenzen ergänzen.

1983 lernt Charles Joguet Michel Pinard kennen, der im folgenden Jahr sein wichtigster Mitarbeiter für die Reben und die Weinbereitung wird. Michel und Charles erreichen schnell die Harmonie, die jede anspruchsvolle Suche nach Qualität verlangt: Schon im Jahr 1988, durch die von Charles Joguet erhaltene Ausbildung gefestigt, führt Michel Pinard die gesamte Weinbereitung mit Erfolg durch. Michel steht somit am Ursprung der mythischen Jahrgänge 1989 und 1990, die noch heute zahlreiche Gaumen erfreuen ...

1985 schließt sich Jacques Genet als Partner von Charles Joguet dem Weingut an. Neben einem kleinen, am schönen Hang von Monplaisir liegenden Weinberg von einem Hektar, dessen Boden dem des Chêne Vert ähnlich ist, bringt Jacques Genet auch seine Ländereien von Beaumont-en-Véron mit, von denen in den folgenden Jahren etwa 10 Hektar mit Cabernet Franc bepflanzt werden.

Was Alain Delaunay betrifft, so stößt er 1986 zum Team des Weinguts: er wird schnell für den Empfang der Kunden und den Handel unentbehrlich.


Und jetzt …

Das Weingut vergrößert sich weiter, indem es seine mit Weinreben bebaute Fläche erweitert, um die Ergiebigkeit auf den Geröllschutt- oder Sandböden noch zu verringern und auch durch das Bepflanzen einer kleinen Parzelle mit chenin blanc zwischen 1995 und 1999.

1997, genau vierzig Jahre nach der Gründung des Weinguts, das seinen Namen trägt, zieht Charles Joguet seine Wein-Referenz, um sich ausschließlich seiner anderen, nie erloschenen Leidenschaft zu widmen: der Malerei.
Les Durandières
Les Durandières, unterhalb des
Plateaus von Beaumont-en-Véron


Bei der Übergabe wendet sich Charles an seine Freunde und Kunden und schreibt:
« Nach vierzig, ebenso dem Weingut wie der Zusammensetzung meines Teams gewidmeten Jahre, dessen Philosophie in perfekter Harmonie mit meinen Auffassungen steht, möchte ich jetzt etwas Abstand gewinnen und die Fackel abgeben.
Unser Weingut wird somit mit meinen Mitarbeitern und Freunden Jacques Genet, Alain Delaunay und Michel Pinard seinen Weg weiterverfolgen.
Ihre seit über zehn Jahren an meiner Seite bewiesene Begeisterung und Kompetenz stellt die sicherste Garantie für das Vergnügen dar, das Sie beim Kosten unserer Weine auch in Zukunft haben werden. Ihre Qualitäten zeigen, dass sie des Vertrauens, das Sie mir gegenüber so lange Jahre gezeigt haben und für das ich mich ganz herzlich bedanke, würdig sind
».

Zu Beginn des Jahres 2005, ist für Michel Pinard der Zeitpunkt gekommen, die Schlüssel der Keller… und Güter an François-Xavier Barc zu übergeben!

Bereits 1998 zu ihm gestoßen, kennt François-Xavier das Weingut und seine Werte, die ihn zutiefst geprägt haben, bis ins kleinste Detail. Dank seiner Begeisterung und Erfahrung hat er die Möglichkeit, für die Fortführung der Mission zu sorgen, in die der Gründer des Weingutes ihn eingeweiht hat, nämlich die Bescheidenheit zu kultivieren, die die Arbeit in den Weinbergen und die Bereitung eleganter Weine erfordert.

Das Weingut wird auch zukünftig seiner, von seinem Gründer in die Wege geleiteten Aufgabe nachkommen: ständig die Bescheidenheit zu kultivieren, die die Arbeit mit den Reben und die Ausarbeitung eleganter Weine verlangt.